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Wie ich Au Pair in New York wurde

von Sammy-Jo on Mar 05, 2019
Wie ich Au Pair in New York wurde
Hallo und herzlich Willkommen zu meinem ersten Blogbeitrag!
 
Mein Name ist Sammy-Jo, ich bin 22 Jahre alt und vor drei Jahren traf ich die beste Entscheidung meines Lebens: Ich wurde Au Pair in den USA!

Wie es dazu kam? Ich bin froh, dass Du fragst!
Da ich in einem deutsch-amerikanischen Haushalt aufgewachsen bin, wollte ich schon immer mehr über die amerikanische Kultur erfahren. Und wo könnte ich das besser als in den USA? Also entschloss ich mich nach meinem Abitur ein Jahr in den Vereinigten Staaten zu verbringen. Ich wusste allerdings nicht, wie ich das anstellen sollte. Ich hatte überlegt, ein Praktikum zu machen, fand aber, dass ich auf diese Art nicht besonders viel von den USA sehen würde. Das Work and Travel Programm schien eine gute Möglichkeit zu sein, aber mir gefiel der Gedanke nicht, mein Geld für Miete und Lebensmittel ausgeben zu müssen. Eine Freundin erzählte mir von einer Veranstaltung bei der ehemalige Au Pairs über ihre Erfahrungen und das Au Pair Programm allgemein sprachen. Ich entschied mit ihr zu gehen und ich bin so froh, das getan zu haben! Als Au Pair würde ich nicht für Miete oder Lebensmittel bezahlen müssen. Als wäre das nicht schon genug, hätte ich sogar noch die Chance einen ganzen Monat nach meinem Au Pair-Jahr die USA zu bereisen.

Ich zögerte keine Sekunde länger und meldete mich für die beste Erfahrung meines Lebens an.
Was folgte war ein langer Bewerbungsprozess. Die richtigen Fotos mussten ausgewählt werden, ich musste Referenzen einholen und beweisen, dass ich über 200 Stunden Erfahrung in der Kinderbetreuung hatte. Ich hatte schon als Betreuerin, Babysitterin und Nachhilfelehrerin gearbeitet. Ich wusste ich hatte die nötige Erfahrung, aber dennoch: 200 Stunden waren ganz schön viel. Und dann haben mich ENDLICH Gastfamilien kontaktiert. 
Ich wusste nicht, was ich erwarten sollte. Auf wieviele Kinder würde ich aufpassen müssen? Wohin würde ich ziehen? Würde ich auf dem Land leben, umgeben von Maisfeldern? Oder würde ich die Energie einer Großstadt zu spüren bekommen?

Zwei Monate später wusste ich es immer noch nicht. Ich hatte mit Gastfamilien aus Colorado, Virginia, Kalifornien und Oregon gesprochen. Aber keine schien meine ideale Gastfamilie zu sein.
Dann erhielt ich eine Nachricht von einer tollen Familie aus New York. Ein verheiratetes Paar in ihren Dreißigern mit drei wundervollen Kindern: Elliott, Marc und Rose. Ich las mir ihr Profil immer und immer wieder durch. Mit jedem Mal wollte ich sie dringender kennenlernen. Wir vereinbarten ein Skype Gespräch und ich war noch nie zuvor so nervös.

Was, wenn sie mich nicht mochten? Was, wenn sie etwas anderes erwarteten?
Mit jeder Wiederholung der Anrufmelodie wurde ich angespannter. Als der Anruf entgegengenommen wurde fand ich mich von Angesicht zu Angesicht (naja, von Angesicht zu Computerbildschirm) mit meinem zukünftigen Gastvater wieder. Vor lauter Nervosität verstand ich nur die Hälfte dessen, was er sagte. Dennoch versuchte ich zu antworten und hoffte, mich nicht extrem blöd anzuhören. Er erklärte mir die Aufgaben, die ich als ihr Au Pair übernehmen müsste, erzählte mir mehr über das Judentum und ihre Essgewohnheiten und fragte mich, ob ich ein Problem damit hätte, für eine nicht christliche Gastfamilie zu arbeiten. Hatte ich nicht. Eine Woche später bekam ich einen weiteren Anruf, dieses Mal von meiner zukünftigen Gastmutter. Sie stellte mir auch einige Fragen (“Was sind deine Lieblingsfächer in der Schule? Was machst du gerne in deiner Freizeit?”) und auch dieses Mal versuchte ich so gut wie möglich zu antworten.
Als sie mich baten ihr Au Pair zu werden machte mein Herz einen Satz und ich wollte ihnen “JA!” direkt ins Gesicht schreien. Als verantwortungsbewusste 19-Jährige fragte ich allerdings zuerst, ob ich mit den Kindern sprechen könnte. Es machte ihnen nichts aus und so kam es, dass ich drei Tage später mit drei aufgeregten Kindern sprach. Sie hüpften herum und lachten und erzählten mir Witze und zeigten mir alle ihre Kuscheltiere. Ich fand es toll. Ich hatte meine perfekte Gastfamilie gefunden. 
Nun kam der nicht so spaßige Teil. Ich musste zur Botschaft und mich für ein J1-Visum bewerben. Es war aber nicht so schwer wie ich erwartet hatte. Meine Au Pair Agentur half mir im Prozess.

Der 2. Mai kam näher und mir wurde klar, dass ich wohl anfangen sollte für mein Auslandsjahr zu packen. Ich schnappte mir den größten Koffer, den ich finden konnte und versuchte mein ganzes Leben darin unterzubringen. (Meinem Hund schien der Gedanke im Koffer zu reisen nicht zu gefallen, also musste sie in Deutschland bleiben.)
Einen Tag vor meiner Abreise kamen die Emotionen nur so über mich. Ich würde meine Familie und Freunde ein ganzes Jahr nicht sehen.
Glücklicherweise habe ich die besten Freunde auf der ganzen weiten Welt, die mir zum Abschied eine Überraschungsparty geschmissen haben.    
16 Stunden später war ich bereits auf dem Weg nach New York City. Ich vermisste meine Familie, aber ich freute mich auch auf das Abenteuer vor mir. Die anderen Au Pairs und ich wurden vom Flughafen abgeholt und zur “Au Pair Training School” gebracht, wo uns nochmals die Grundlagen der Kinderbetreuung nähergebracht wurden.
Mein Heimweh wurde jeden Tag schlimmer. Auf dem Weg zu meiner Gastfamilie dachte ich nur: Vielleicht war das eine schlechte Idee. Vielleicht sollte ich den nächsten Flug zurück nach Deutschland buchen.
Aber das änderte sich abrupt als ich meine Gastfamilie kennenlernte. Sie begrüßten mich mit weiten Lächeln und herzlichen Umarmungen. Plötzlich hatte ich kein Heimweh mehr. Ich hatte ein neues Zuhause und eine zweite Familie gefunden. In New York.

Ich hoffe, es hat euch gefallen, mehr über mich zu erfahren. Falls ja: Ich werde demnächst noch mehr Artikel posten. 

Bis bald!

Sammy-Jo
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