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Ein Gap Year als Au Pair

von Anastasia auf Oct 04, 2018
Gap Year: Eine gute Idee oder Zeitverschwendung?
Was ist ein Gap Year? Ein Gap Year ist eine Auszeit im Ausland, irgendwo zwische Urlaub, Studium und Arbeit angesiedelt, die viele meist nach der Schule vor dem Eintritt in die Universität nehmen. Es dient als Möglichkeit, ins Ausland zu reisen, als Freiwilliger zu arbeiten oder eine neue Sprache zu lernen. 

Ist ein Gap Year reine Zeitverschwendung?

Da spalten sich die Geister: Während manche nur daran denken, möglichst schnell in den Beruf zu kommen und Geld zu verdienen, zählt für andere die einmalige Erfahrung, länger im Ausland gelebt zu haben und vor allen die Soft Skills, die man in dieser Situation erlernt. Außerdem gibt es Möglichkeiten, die Geldverdienen und den Auslandsaufenthalt miteinander kombinieren. Aber dazu später mehr. Wir können festhalten: Ein Gap Year ist in den meisten Fällen kein Zeichen von Faulheit und oder dem Versuch, die Hochschulbildung aufzugeben. Meistens wird es als Gelegenheit genutzt, herauszufinden, welche Richtung als nächstes eingeschlagen werden soll, einen geeigneten Beruf zu wählen und sich auf das bevorstehende Studium vorzubereiten.

Meine Erfahrung

Ich habe Dolmetschen studiert und war im zweiten Studienjahr, als ich mich für ein Gap Year entschied. Es hat meine Sprachkenntnisse für immer verändert und unvergessliche Erinnerungen geschaffen, die ich für den Rest meines Lebens behalten werde. Englisch war kein Problem, aber mit Deutsch dafür umso mehr... Diese Sprache erschien mir zu kompliziert: Seltsame Aussprache, komplexe Grammatik und diese Artikel! Warum musste es nur so schwierig sein?
 
Schon zu Beginn des Semesters habe ich gemerkt, dass ich begann, die deutsche Sprache zu hassen. Also war die beste Entscheidung, die mir in den Sinn kam, zu extremen Maßnahmen zu greifen und nach Deutschland zu gehen, um die Sprache zu lernen und mich gleichzeitig mit der Kultur vertraut zu machen. Dieses Gap Year sollte mir bei der Entscheidung helfen, ob es sich lohnt, bei der deutschen Sprache zu bleiben oder besser in einen anderen Kurs zu gehen.
 
Ungefähr zur gleichen Zeit fand heraus, was das Au Pair Programm war und entschied nach der Lektüre der Voraussetzungen, dass dies der ideale Weg ist, ein Gap Year zu verbringen: In einer Familie, die Deutsch spricht, eine Unterkunft zur Verfügung stellt, Sprachkurse bezahlt und Taschengeld für kleine Ausgaben gibt.
 
Ich muss klarstellen, dass das Niveau meiner Deutschkenntnisse zu wünschen übrig ließ: Ehrlich gesagt, war es wirklich schrecklich. Aber wer könnte eine junge Studentin, die von ihrem Ziel überzeugt ist, schon aufhalten? Ich war entschlossen, ein Gap Year als Au Pair durchzuführen, und flog nach der Vorbereitung von Dokumenten nach Deutschland. Das Gap Year, das ich als Au Pair in Deutschland durchgeführt habe, war eine der denkwürdigsten Erfahrungen und hat mein Leben in der Zukunft stark beeinflusst.

Kulturschock und Glücksgefühle

Das Wichtigste für dieses Jahr war das Eintauchen in eine völlig neue Umgebung. Ein fremdes Land, Menschen, Sprache, Kultur... All das hätte doch beängstigend sein müssen, oder? 
 
Aber in der Praxis stellte sich heraus, dass die Deutschen sehr freundliche Menschen sind, ihre Sprache klingt melodisch und schön - wenn man sie richtig spricht - und ihre Natur und ihr kulturelles Erbe sind unglaublich faszinierend.
 
Der zweite, nicht weniger wichtige Aspekt war, dass ich die Möglichkeit hatte, zu reisen und völlig andere Menschen kennen zu lernen, ihr Leben kennen zu lernen, ihren Geschichten zuzuhören und die Welt mit ihren Augen zu betrachten. Wir tauschten Erfahrungen aus, fanden Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten in unseren Kulturen. Ich glaube, dass es das Au Pair Programm war, das es mir ermöglichte, das Leben der Deutschen von innen heraus zu betrachten: Das ganze Jahr über hatte ich die Möglichkeit, an Familienfeiern, Nationalfeiertagen teilzunehmen, ich war auf einer Hochzeit und sogar auf einer Beerdigung. Ich verglich Traditionen und lernte, dass es dort, wo es eine helle Seite gibt, eines Tages auch eine dunkle Seite geben wird, und dass das Wichtigste im Leben die Familie ist.
 
Entscheidend war auch die Tatsache, dass ich - tata! - endlich Deutsch gelernt habe! Meine Gastfamilie bezahlte Sprachkurse, zwei Tage in der Woche besuchte ich eine deutsche Sprachschule und am Ende des Jahres konnte ich frei und akzentfrei sprechen. Die Sprache, die mir kaum gegeben erschien und Entsetzen und Ehrfurcht bei mir hervorrief, erwies sich als sehr schön, melodisch und verständlich. Wiederum war es für mich leichter, die Sprache zu lernen, nicht nur, weil ich die Kurse besuchte, sondern auch wegen der Kommunikation mit den Kindern. Als Au Pair verbrachte ich genug Zeit damit, mich um sie zu kümmern, und sie halfen mir gleich zu Beginn mit ihren einfachen Worten und Vorschlägen.
 
Das Gap Year verging sehr schnell...
 
Ich ging dorthin mit dem Wunsch, die Sprache zu lernen, aber ich bekam viel mehr, als ich erwartet hatte. Dieses Jahr half mir, die Welt um mich herum und mich selbst von einer anderen Seite zu betrachten. Es half mir, mir neue Ziele zu setzen und stärker zu werden, um sie zu erreichen.
 
Würde ich meinen Freunden empfehlen, ein Gap Year zu machen? 
 
Auf jeden Fall.
 
Bedauere ich, dass ich ein Studienjahr versäumt habe und in ein fremdes Land gegangen bin und alles zurückgelassen habe? 
 
 
 

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