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Au Pair Aufenthalt in Mexiko: Sharie erlebt Cuernavaca

von Sharie on Apr 02, 2019
Au Pair Aufenthalt in Mexiko: Sharie erlebt Cuernavaca
Hey ihr Lieben!

Ich bin gut und wohlbehalten in Mexiko angekommen und habe mich bereits richtig gut eingelebt. Natürlich ist vieles anders als ich es kenne oder es gewohnt bin. In einem fremden Land und mit einer fremden Familie ist das schließlich nicht anders zu erwarten. Wie genau es mir in den letzten 2 Monaten ergangen ist erfahrt ihr hier.

Mein Alltag

Da im Haus meiner Gastfamilie nicht genug Platz ist, wohne ich in einem Zimmer auf der gleichen Straße. Um 8:45 Uhr mache ich mich also auf den Weg um pünktlich um 9 Uhr da zu sein. Die Grundstrukturen, die mich dann erwarten sind immer die gleichen. Ich wechsle den Drillingen die Windeln, ziehe sie um und wasche ihnen die Hände, während ihre Eltern das Frühstück vorbereiten. Nach dem Essen verschwindet der Vater zur Arbeit eine Etage unter uns, die Mutter kümmert sich um die Wäsche, um sonstige Dinge, die außer der Reihe anstehen, oder hilft mir dabei, die Küche aufzuräumen. Danach geht es Zähne putzen, was meistens ziemlich viel Überredungskunst und Geduld benötigt.

Gegen 12 Uhr gibt es für die drei Süßen Milch und einen kleinen Snack. In der Zwischenzeit habe ich meistens schon das Wohnzimmer gesaugt und den Teppich hinein gelegt, damit die Kinder nicht auf den kalten Fliesen spielen. Sobald sich die Gelegenheit bietet, gehe ich nach draußen, um die Terrasse zu kehren und zu wischen. Hier in Cuernavaca ist es sehr angenehm, die Tage draußen zu verbringen. Nicht umsonst wird sie "Die Stadt des ewigen Frühlings" genannt.

Die Zeit bis zum Mittagessen tollen wir also fröhlich im Garten umher. Zwischen 14:30 Uhr und 16 Uhr ist es dann so weit. Ich gehe mit den Kindern Hände waschen und es gibt Essen. Nachdem ich die Küche wieder auf Vordermann gebracht habe, genieße ich meine einstündige Pause. Diese nutzte ich dazu, meine Familie auf dem Laufenden zu halten, zu lesen oder Spanisch zu lernen. Manchmal setzte ich mich aber auch einfach nur aufs Dach und genieße die Sonne.

Nach weiterer Kinderbespaßung schaue ich gegen 18:30 Uhr gemeinsam mit Juliana, der Mutter, dass die Kleinen etwas essen. Es gibt noch einmal Milch und dann wird wieder Zähne geputzt, Windel gewechselt und umgezogen. Juliana legt sich dann zu ihnen bis sie schlafen. Ich schaue nochmal nach der Küche, nehme die vollen Müllbeutel mit und mache mich auf dem Weg zurück zu meinem Zimmer. Wenn ich dort ankomme ist es meistens zwischen 20:30 Uhr und 21 Uhr und ein weiterer Tag ist vorbei.

Verhältnis zu meiner Gastfamilie

Alles was ich hier tue, baut auf Vertrauen auf. Die Eltern vertrauen darauf, dass ich ordentlich mit ihren Kindern umgehe, Kritik umsetze und nichts vorsätzlich mache, um der Familie zu schaden. Genauso verhält es sich umgekehrt. Ich vertraue darauf, dass sie sich bei ihren Erziehungsmethoden etwas gedacht haben, passe mich an und weiß gleichzeitig, dass ich nicht ausgenutzt oder unterschwellig für meine Fehler bestraft werde. Ohne diese Vertrauensbasis wäre der Alltag nicht zu stemmen.

Den Kindern gegenüber habe ich ein sehr liebevolles Verhältnis entwickelt. Sie kommen immer häufiger zu mir, um mit mir zu spielen, etwas zu fragen oder einfach nur zu kuscheln. Mit ihren Eltern komme ich auch gut zurecht, und ich muss sagen, dass ich mit meiner Gastfamilie echt Glück habe. Sie sehen mich nicht als jemanden der für die Drecksarbeit zuständig ist, sondern integrieren mich in die Familie. Ich wurde sogar auf einen Drei-Tage-Trip nach Las Estacas mitgenommen, ohne etwas dafür zahlen zu müssen.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Juliana und ich besitzen zwei grundverschiedene Persönlichkeiten, die auch kulturbedingt sind, und geraten auch mal aneinander. Das ist kaum vermeidbar, wenn man so viel Zeit zusammen verbringt, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen. Was ich Dir noch mitgeben kann ist, dass es wichtig ist, zwischen zwei Formen von Kritik zu unterscheiden. Wenn sich Kritik auf die Arbeit bezieht, sollte man diese auch in dieser Schublade lassen und nicht anfangen, sie auf sich selbst als Person zu beziehen.

Auch wenn man sich in einem Kulturaustausch befindet und nicht in einer Festanstellung, verrichtet man trotzdem Arbeit. Und wenn man dann den Wert, den man sich selbst gibt, an seiner Leistung festmacht, ist das kein guter Start in die Arbeitswelt, denn niemand ist perfekt und jeder macht mal Fehler. Und Fehler zu machen, ist meiner Meinung nach die beste Möglichkeit sich weiterzuentwickeln.

Insektenplage

Du kannst Dir kaum vorstellen wie viel Getier hier rumkrabbelt. Das größte Problem sind die Ameisen. Du verschließt einmal eine Müslipackung nicht luftdicht, am nächsten Morgen ist sie bewohnt. Das gleiche mit Keksen, jeglichen angeschnittenen Früchten, Tee und und und… Den Honig setzen wir sogar in eine Wasserschale, weil sich sonst so viele Ameisen im Rand des Deckels ansammeln, dass sie beim Öffnen in den Honig fallen. Sind zusätzlich die Ablagen noch schmutzig, oder die Kinder haben zu viel auf den Boden gekleckert, geht es richtig rund. Dann trifft eine geschlossene Ameisenarmee ein.

Zusätzlich zu den Ameisen gibt es eine spezielle Mottenart, die sich nicht nur auf Klamotten stürzt, sondern auch eine Vorliebe für Essen hat. Kurz nachdem ich bei der Familie eintraf, fanden sie ein solches Nest im Küchenschrank. Es hat vier Tage gebraucht, alles zu reinigen und noch zwei Wochen danach fanden wir immer mal wieder eine Motte, die nach ihrem Nest Ausschau hielt. Diesen Tieren hatten wenige Wochen Abwesenheit der Familie, plus ein, zwei nicht ganz geschlossene Lebensmittel gereicht, um sich in der Küche einzunisten.

Und dann gibt es natürlich noch Moskitos in Massen. Die meiste Zeit bin ich ziemlich zerstochen. Nicht weil ich so viele davon in meinem Zimmer habe, sondern weil es schon reicht, sich in der Dämmerung oder am späten Nachmittag nach draußen zu setzen, um ein gefundenes Fressen abzugeben. Zwischendurch erwischt es auch die Kinder mal ziemlich mies, weil wir nicht schnell genug mit dem Einsprayen waren, oder eine der Türen zu lange offen stand und Moskitos ins Haus gekommen sind.

Das Essen

Ich liebe das Essen hier. Es gibt so viele neue Geschmäcker zu entdecken, dass ich selbst nach 2 Monaten immer wieder auf neue Gerichte oder neues Obst/ Gemüse stoße. Ich kann Dir wirklich nur ans Herz legen, nicht vor neuen Dingen zurückzuschrecken. Das gilt nicht nur für Mexiko. Egal, wo Du hinreist, wenn man sich nicht auf Neues einlässt, kann man eigentlich direkt Zuhause bleiben.

Gewöhnungsbedürftig ist für mich der Umgang mit dem Essen hier. Gemüse wird desinfiziert, um sich als Europäer oder Kleinkind keine Magen-Darm-Infektion einzufangen, und ungefiltertes Leitungswasser zu trinken, ist auch keine gute Idee. Außerdem muss man als Europäer, vor allem anfangs, sehr darauf achten, was man und wie viel man von bestimmten Dingen isst. Wir haben eine komplett andere Darmflora und sind nunmal anderes Essen gewohnt.

Wo Du besonders aufpassen solltest, ist bei scharfem Essen. Ich habe jedenfalls auf die Tipps im Internet gehört und ganz langsam angefangen, schärfer zu essen als sonst und hatte keine Probleme. Aber so manchem Europäer ergeht es leider anders. Bestelle Dein Essen also lieber "sin chile". Du bekommst es in den meisten Fällen trotzdem ordentlich scharf serviert.

Auch auf Märkten passe ich auf, was ich esse, und vor allem auf welchem Markt ich esse. Mit den Hygienemaßnahmen wird es dort häufig nicht so ernst genommen wie in Europa. Bei einem leckeren Teller Tacos kann es also passieren, dass man zusätzlich auch noch eine Magen-Darm-Infektion serviert bekommt. Also halte ich mich an die Tipps von Einheimischen. Wenn mir Juliana sagt, ich soll an einem bestimmten Ort nicht essen gehen, lasse ich es bleiben. Und wenn ihre Tante mich mit auf einen Markt nimmt, kann ich darauf vertrauen, dass das Essen dort okay ist.

Kriminalität und soziale Kontakte

Ich würde am liebsten sagen, dass man von der Kriminalität hier nicht viel mitbekommt, aber das stimmt nicht. Ich wurde schon am ersten Tag darauf hingewiesen, mich nach Einbruch der Dämmerung nicht mehr lange draußen aufzuhalten. Jetzt fragst Du Dich bestimmt, wie ich das dann mache, wenn ich abends zurück zu meinem Zimmer muss. Die Straße, in der meine Gastfamilie wohnt, ist ziemlich sicher, da man in regelmäßigen Abständen auf die Gebäude der UNITER, einer internationalen Universität trifft. Vor jedem einzelnen dieser Gebäude steht mindestens eine Security und alles wird von Kameras überwacht. Das heißt auf meinem 10-minütigen Weg zu meinem Zimmer treffe ich auf 5-10 Securitys und noch viel mehr Schüler und Lehrer, die ebenfalls auf dem Weg nach Hause sind.

Außerdem ist meine Gastfamilie ziemlich vorsichtig mit Informationen, die sie weitergeben. Als wir nach Las Estacas gefahren sind, haben wir das Gepäck im Flur gesammelt, um es dann zügig in die zwei Autos zu verladen, damit keiner der Nachbarn oder deren Handwerker mitbekommen, dass wir wegfahren. Wir sind sogar mit 20 min Abstand aufgebrochen. Und warum das Ganze? Weil wir nach unserem Urlaub kein aufgebrochenes Haus vorfinden wollten. Ich glaube, das kennen wir aus Deutschland auch schon zu Genüge, nur dass es hier nochmal etwas krasser ist.

Was meine sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen betrifft, muss ich sagen, dass sie vor allem in den ersten Wochen nicht existierten. Da ich privaten Spanischunterricht bekomme und nicht zur Universität gehe, konnte ich dort auch keine neuen Kontakte knüpfen. Erst als die beiden Zimmer neben meinem an Schüler vermietet wurden, habe ich angefangen mit anderen Jugendlichen zu reden. Vor ein paar Wochen habe ich dann begonnen mich auch mit Menschen auf der Straße zu unterhalten.

So habe ich zum Beispiel in Mexiko City Paloma kennen gelernt, die im Januar in Köln zu Besuch war, oder in Las Estacas Ricardo, der dort als Bademeister arbeitet. Natürlich sollte man mit Menschen, die man so kennen gelernt hat, vorsichtig sein, aber wenn man mit Ausflügen in die belebte Innenstadt anfängt und ihnen nicht gerade unter die Nase reibt, wo man wohnt, kann man langsam Vertrauen und Freundschaften aufbauen.

Die Sprache

Ich nehme jede Woche an einem meiner zwei freien Tage vier Stunden Sprachunterricht, den ich von meinem monatlichen Taschengeld bezahle. So langsam verstehe ich immer mehr, was mich echt glücklich macht. Meine Schwachstelle liegt aber immer noch bei den Vokabeln, also heißt es: Lernen, lernen, lernen. Zusätzlich versucht Juliana im Alltag mit mir Spanisch zu sprechen. Das klappt aber leider häufig nicht, weil es in stressigen Situationen für uns beide einfacher ist, auf Englisch zurückzugreifen. Kommen die Großeltern zu Besuch oder ich bin alleine auf einem Ausflug, habe ich aber gar keine andere Wahl als Spanisch zu sprechen. Die meisten Mexikaner sprechen kein Englisch.

Meine Freizeit

Von meinen zwei freien Tagen in der Woche ist ein halber schon fest für meinen Spanischunterricht verplant. Die restliche Zeit verbringe ich mit Tagesausflügen, beispielsweise nach Tepoztlán oder Chapultepec, oder ich gehe mit Freunden in die Altstadt. Meine Gastfamilie erlaubt mir zwischendurch auch mal meine freien Tage zu verschieben, so war auch schon ein Wochenendtrip nach Mexico City drin. Unter der Woche finde ich vor allem morgens noch genug Zeit meinen Hobbys nachzugehen, mit meiner Familie zu telefonieren und auch mal ein wenig zu zocken. Abends spiele ich nur kurz ein wenig Querflöte oder singe etwas und falle dann recht schnell ins Bett. Ein Tag der auf drei Kleinkindern ausgerichtet ist, ist nun einmal sehr anstrengend.
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