Au Pair Programm und Religion: Alles über Fitris Erfahrung
1. Könntest du ein wenig über dein Heimatland, deine Kultur und die dortige Bedeutung von Religion erzählen?
2. War das Thema Religion bei den ersten Gesprächen mit deiner Gastfamilie ein Thema, das du unbedingt besprechen wolltest? Praktiziert die Familie irgendeine Religion?
Da ich eine Muslima bin, habe ich mit meinen Gastfamilien in Belgien und Deutschland von Anfang an viel über meine Religion gesprochen. Sie sind auch Muslime, aber sie praktizieren die Religion nicht so wie ich. Daher war es wichtig für mich, ihnen mitzuteilen, dass es für mich unerlässlich ist, den Hidschab zu tragen, zu beten und zu fasten. Ich habe auch schon als Babysitterin bei nicht-muslimischen Eltern gearbeitet, aber sie waren sehr aufgeschlossen und ließen mich meine Traditionen ausüben, solange es meine Arbeit nicht beeinträchtigte. Auf Bali habe ich als Babysitterin für italienische und russische Familien gearbeitet und durfte sogar mit den Kindern beten (für sie war es interessant mich dabei zu beobachten). Manchmal kümmerten sich die Eltern 10 Minuten lang um die Kinder, damit ich mich auf mein Gebet konzentrieren konnte. Ich bin flexibel und bisher waren die Kinder immer sehr nett. Jetzt mache ich eine Ausbildung in Deutschland und arbeite mit Kollegen zusammen, die keine Muslime sind. Trotzdem sind sie alle sehr nett und einer von ihnen erinnert mich sogar manchmal daran, zu beten. Mein Chef erlaubt mir, am Arbeitsplatz zu beten.
3. Welcher kulturell-religiöse Aspekt hat dich während deines Au Pair Aufenthaltes am meisten herausgefordert?
4. Wie bist du mit den religiösen Unterschieden umgegangen, war es kompliziert, oder ist alles reibungslos verlaufen?
5. Hat dir die Gastfamilie die Möglichkeit gegeben, deinen Glauben und deine Traditionen zu leben?
6. Hat die Au Pair Erfahrung deinen Glauben verändert?
7. Hast du einen Rat für Au Pairs, die wie du, mit religiösen Unterschieden konfrontiert werden, wenn sie in ihrer Gastfamilie leben?
- Wir haben Filter, die die Religion und die religiösen Praktiken eines jeden Nutzers auf unserer Plattform anzeigen. Überprüfe diese, bevor du eine Familie als deinen Favoriten hinzufügst.
- Plane mindestens 3 Videogespräche mit der Gastfamilie, bevor du dich für oder gegen eine Zusammenarbeit mit ihr entscheidest. Nutze diese Anrufe, um über Themen wie deine Ernährung, Arbeitszeiten, Gehalt, Freizeit und Traditionen zu sprechen.
- Die Förderung eines kulturellen Austauschs bedeutet nicht, dass du komplett neue Überzeugungen annehmen musst, oder vorgibst, deinen Glauben anzupassen. Nutze diese Erfahrung, um mehr über andere Kulturen zu erfahren, aber fühle dich nicht gezwungen, deine Werte oder Praktiken zu ändern.
- Das Gleiche gilt auch umgekehrt. Versuche auf keinen Fall, die Gasteltern oder -kinder davon zu überzeugen, deine Religion auszuüben. Du kannst ihnen deine Bräuche zeigen, aber versuche nicht, sie ihnen aufzudrängen. Es ist wichtig, dass du mit den Eltern besprichst, welche Art von Traditionen du den Kindern näher bringen kannst.
- Und schließlich: Sei aufgeschlossen. Die Welt ist ein wunderbarer und vielfältiger Ort, und als Au Pair geht es darum, neue Dinge zu entdecken. Wenn du etwas über die Kultur anderer Menschen lernst, bedeutet das nicht unbedingt, dass du deine eigene änderst oder verstecken musst. Ganz im Gegenteil. Mache das Programm zu einem Ort des Austauschs und des gegenseitigen Respekts.